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Fliegen lernen
30.09.2009, 09:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.12.2009 10:10 von Christin.)
Beitrag #1
Fliegen lernen
Das erste Stadium des Lernens

Die Koordination beim Fliegen ist letzendlich nicht schwer: Wie beim Fahrrad: Rechts ziehen, der Drachen fliegt nach rechts. Links ziehen, der Drachen fliegt nach links. Eine Seite anziehen und so halten, der Drachen fliegt einen Looping. Im Grunde ganz einfach. Die Komplexität ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel von Wind und Drachen und dem Gemütszustand des Piloten. Der Drachen hat letzendlich kein Eigenleben (sollte er zumindest nicht haben) und malt nur das in die Luft, zu dem der Pilot ihn veranlasst. Ist der Pilot gefasst und direkt, wird der Drachen das wiedergeben: Er zieht große Loopings und fliegt seine Bahnen sehr bestimmt. Der Pilot fliegt den Drachen. Ist der Pilot unsicher und unentschlossen, wird der Drachen zappelig, unkontrolliert, unberechenbar. Er wird keine Loopings fliegen, sondern schnell herumgerissen, die Bahnen sind unrund und zackig. Der Drachen fliegt den Piloten. In diesem Zustand ist ein Absturz (sogar in der Windfenstermitte) sehr wahrscheinlich. Es gilt nun, eine gewisse Sicherheit aufzubauen, indem man langsam das Verhalten des Drachens erlernt.
Doch bevor man sich nun an den "Speck" macht, darf man es nicht versäumen, die Flugleinen korrekt abzulängen, bzw. zu kontrollieren, ob beide Leinen wirklich dieselbe Länge haben. Das ist wirklich essentiell, weil man sonst nicht entspannt lernen kann und die folgenden Tipps nicht 100%ig zutreffen.

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[Bild: startah4.png]

[Bild: start2ec1.png]

Das Starten selbst ist nicht schwer, nur den Drachen dann gerade zu halten und ohne Lenkimpulse in den Zenit (so heißt der höchste Punkt des Windfensters, also direkt über dem Piloten) steigen zu lassen, erfordert ein wenig Vertrauen in den Drachen. Man ist oft in der Verfassung, sofort eingreifen und aktiv werden zu müssen. Das muss man nicht! Wie will man etwas steuern (lenken), das man nicht kennt und von dem man nicht weiß, wie es sich verhalten wird? Spontane und sehr reaktionsstarke Menschen können sich vielleicht intuitiv auf die Situation einstellen, aber die meisten können das nicht.

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[Bild: bewegungsablufeau1.png]

Die erste Aktion (nach dem Starten selbst) von einem blutigen Anfänger muss sein, gar nichts zu tun und nur zu schauen, wie sich der Drachen in den Zenit stellt. Dort soll er nun einige Minuten stehen. Man soll lernen, ruhig zu bleiben und das Gefühl bekommen, den Drachen unter Kontrolle zu haben. Das größte Problem ist, dass Anfänger oft sofort Panik kriegen, sobald der Drachen in Bewegung ist und versuchen, durch hastige Lenkbewegungen den Drachen irgendwie zu stabilisieren. Dieses „irgendwie“, nicht genau wissen, ausprobieren, bringt den Drachen nach dieser Zappelpartie sofort wieder auf den Boden zurück. Dabei ist der einfachste Weg, einen Drachen zu stabilisieren, beide Hände einfach nur nebeneinanderzuhalten. Dabei werden die Leinen wieder gleichlang (exakte Länge vorausgesetzt) und der Drachen fliegt geradewegs in den Zenit. Ohne Zappeln und Panik.

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[Bild: bewegungsablufe2yx9.png]

Von dort aus kann man sich langsam an die Bewegungsabläufe gewöhnen, in dem man kleine kurze Lenkimpulse gibt und beobachtet, was der Drachen tut. („Kurz“ bezieht sich hier auf die zeitliche Dauer und „klein“ auf die räumliche Bewegung der Hand.) Nach jedem Lenkimpuls die Hände wieder zusammenbringen und den Drachen ruhig halten. Langsam sollten die Lenkimpulse länger werden, aber klein bleiben. Der Drachen wird sich nun weiter vom Zenit fortbewegen, aber auch hier keine Panik: Hände wieder zusammen und der Drachen kehrt in den Zenit zurück. Bloß die Bewegungen KLEIN halten (In die Powerzone wollen wir noch nicht)! Hat man die Bewegungen verinnerlicht, kann man langsam so lange Lenkimpulse geben, dass der Drachen am Windfensterrand ganz hinuntersinkt und evtl landet. Bevor der Drachen allerdings den Boden berührt, sollte man ihn wieder langsam in den Zenit zurückführen und zur anderen Seite absinken lassen. Dadurch lernt man, wie man den Drachen schnell „ruhig stellt“.

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Hat man dafür ein Gefühl bekommen, kann man zum nächsten Schritt übergehen und die liegende Acht erlernen. Sie ist die größte und leichteste Bewegungsfigur, die einen schnellen Seitenwechsel der Lenkimpulse erfordert: Zunächst hält man den Drachen ruhig im Zenit und beginnt wieder mit kleinen kurzen Lenkimpulsen wie am Anfang. Die Lenkimpulse und damit die Bewegungen des Drachens lässt man dann langsam größer werden, bis man einen fließenden einheitlichen Bewegungsablauf erhält, der eine liegende Acht beschreibt. Durch die Expansion der Bewegung durchkreuzt man irgendwann die Powerzone und das gesamte Windfenster. Diese Bewegung ein paar Schleifen lang halten und dann den Drachen wieder in den Zenit ziehen.

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[Bild: loopingxt3.png]

Eine Herausforderung für Anfänger ist immer wieder der Looping. Wahrscheinlich, weil der Drachen kurzzeitig in den Sturzflug geht und ein Bild von „Abstürzen“ liefert. Dabei ist dieser Zustand nur ein Bruchteil eines Augenblicks gegeben, wenn man die Lenkbewegung durchzieht. Einfach den rechten oder linken Arm plötzlich verkürzen (Lenkimpuls geben) und beobachten, was passiert. So halten, bis die Drachennase wieder nach oben zeigt. Lieber eine zu große, als eine zu kleine Bewegung machen, da sonst die Kurve zu gerade wird und der Drachen eventuell den Boden berühren könnte. Üben, üben, üben, bis der Charakter des Drachens verinnerlicht ist!

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Zur Landung den Drachen an einer Seite des Windfensters heruntersinken lassen, bis er den Boden berührt und sich hinlegt. Oder den Drachen am Windfensterrand von einem Helfer „einfangen“ lassen. Der erste Schritt ist geschafft! Weitere Manöver lassen sich auf dieser Basis gut erlernen.

Edit: Hinweis zur Leinenlänge
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