Marius
Ich hatte das erste Mal an der Nordsee im Kindesalter einen Drachen in der Hand. Klar, dass hatte jeder Mal. Mit 12 begeisterte mich dann aber die Kraft eines Drachen…
...Stopp…
So fangen viele Drachenflieger-Profile an, aber nicht meines. Ich wurde nicht mit dem Drachenvirus infiziert. Nein, es wurde mir direkt an die Wiege gelegt.
Alles fing an dem schönen 3. Mai 1992 an. Meine Eltern waren mal wieder an die Milchbar auf Norderney zum Drachen steigen lassen gegangen, da sie keine Lust hatten zu Hause zu hocken und auf meine Geburt zu warten. So machten sie es öfters in der Woche: Einfach mal ein paar Einleiner in die Luft, um den Himmel schön bunt zu machen. Nur an diesem Tag war alles anders.
Meine Mutter bückte sich und bemerkte, dass ihre Hoseninnenwände ziemlich nass waren.

Nachdem sie verstand, dass ich jetzt raus wollte um auch Drachen zu fliegen, blieb sie ziemlich entspannt und holte meinen Vater, welcher daraufhin alles stehen und liegen ließ um sich mit meiner Mutter ins Krankenhaus zu begeben, denn ich sollte an einem Ort geboren werden, an dem die meisten Kinder geboren werden. Der Taxifahrer war da allerdings nicht so von begeistert und machte Zicken, sein Auto könne von mir dreckig werden! Nun ja, sie schafften es dann allerdings doch noch mit mir im Bauch ins Krankenhaus. Nachdem ich innerhalb von 2 Stunden endlich draußen war und alle um mich herum im Kreißsaal schon Eis gegessen hatten, musste mein Vater noch kurz an die Milchbar um die Drachen vom Himmel zu nehmen.
OK, so fing also alles an…schade, das ich mich nicht so gut dran erinnere, aber zumindest wurde es mir so erzählt!
Ich entwickelte mich und war von Anfang an immer mit dabei! Sie schleppten mich auf jedes Drachenfest. Und jedes mal wenn sie Drachen fliegen gingen, war ich natürlich dabei.
Ich weiß nicht genau wann ich das erste Mal einen Drachen in der Hand hatte, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass ich erst Drachen fliegen konnte bevor ich Fahrrad fuhr.
Mit 8 Jahren fing ich mit Buggyfahren und Windsurfen an, seit dem fragten mich die Lehrer in der Grundschule ob ich geschlagen werde, da ich ständig blaue Flecke hatte.
Meine Eltern trennten sich als ich 6 war. Mit 12 Jahren zog ich mit meiner Mutter nach Oldenburg. Anfangs war es schwer, aber heute weiß ich das es mir gut tat. Ich flog weiter regelmäßig bei meinem Vater auf Norderney Drachen, entwickelte mich aber von dem Außenseiter Inselkind zum Stadtjungen, und zu dem was ich heute bin. Darüber bin ich heute froh und kann nur sagen, dass dies ein guter Schritt für mich war und ist.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass meine Eltern, bzw. nun mein Vater, auf Norderney seit 20 Jahren leben und einen Drachenladen betreiben. Ich war also immer direkt an der Quelle und bekam die neusten Entwicklungen des Sports sofort mit.
Mit 14 Jahren war der Tag an dem ich das erste Mal Kitesurfen ging. Perfekte Bedingungen und Vorkenntnisse gepaart mit jeglicher Theorie. die ich von meinem Vater schon gelernt und abgeguckt hatte, brachten mich in nur 2 praktischen Stunden aufs Board und ich konnte meine ersten Meter verbuchen.
Durch die Entfernung, Oldenburg-Norderney, kam ich aber leider zu unregelmäßig dazu und verlor es immer wieder aus den Augen.
Es folgte eine Zeit in der ich mal dies mal das praktizierte! Mal eine Runde Kitesurfen, mal eine runde ATB-fahren und dann war da ja auch noch der Buggy. Ich übte immer nur so nebenbei und ohne großen Ehrgeiz.
2008 begann ich dann das Buggyfahren den Älteren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind zu überlassen, und praktiziere es seit dem nur noch gelegentlich. Seit dem bereitet mir ATB-fahren und Kitesurfen mehr Spaß.
Nun versuche ich beide Sportarten öfter und regelmäßiger zu betreiben. Im Winter 08/09 wollte ich meinen Sport betreiben ohne nach Norderney zu fahren, denn was sollte ich da während mein Vater in Afrika auf den Kape Verden sitzt.
Ich lieh mir also über den Winter ein Board und einen Kite um zum ersten Mal im Leben das Festland mit dem Drachen zu erkunden.
So stieß ich auch auf die WEKs und bin seit dem in der Interessengemeinschaft vertreten. Im Frühling 09 folgte dann auch mein erstes eigenes Board, ich hatte Blut geleckt! Ein Anarkite musste her! Seit dem bin ich mit diesem netten Flitzer unterwegs, mal auf Norderney und mal mit den anderen aus unserer Gemeinschaft.
Solltet ihr mich mal am Strand von Norderney oder auf dem Festland rumflitzen sehen, so sprecht mich doch einfach an. Ich bin 1,90 Meter groß und hab so komische Haare auf´m Kopf, nennt sich Dreadlocks.
Wir sehen uns beim Kiten!
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Marius
