Einleiner


Traditionelle Drachen

Vor vielen hundert Jahren wurden gerade in fernen Osten Drachenmodelle entwickelt, die auch heute noch noch gerne nachgebaut werden und auf vielen nationalen und internationalen Drachenfesten präsentiert werden. Die Drachen sind meist verziert mit sagenhaften Figuren wie Schlangen, Schmetterlingen oder Drachen. Gebaut werden sie auch heute noch aus Papier oder Seide und Bambus teilweise jedoch auch schon mit den neuen High-Tech-Materialien.

Ein Beispiel für einen traditionelle Drachen:

Chinese Centipede (Tausendfüssler):


Foto von http://chinakites.org

Der Centipede wurde in früher Zeiten bei der Geburt eines Kindes von der gesamten Familie gebaut. Jeder baute ein Einzelteil und versah es mit Grüssen für das Neugeborene. Anschliessend wurden alle Einzelteile zusammengefügt und der Drachen sehr hoch in den Himmel gelassen. Wenn man ihn fast nicht mehr sehen konnte, wurde die Leine gekappt und der Drachen verschwand in den Wolken. Die Grüsse für das Kind dadurch dann den Göttern geschickt, die dafür sorgten, dass es dem Baby jederzeit gut gehen wird.

Es gibt noch wesentlich mehr traditionelle Drachen. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei zum Beispiel diese Seite empfohlen. Ansonsten bringt Google noch reichlich weitere Suchergebnisse.

 

Flachdrachen

Flachdrachen sind wohl die ältesten aller Drachenmodelle. Durch ihre einfache Konstruktion sind sie sehr gut geeignet für aufwendige Dekorationen. Durch ihre Einfachheit fliegen sie meist sehr instabil, was das Anbringen eines Schwanzes erfordert. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie auch bei hohen Windgeschwindigkeiten geflogen werden können.

Beispiele für Flachdrachen:

Della Porta

Foto von http://www.drachen-haggy.de

 

Hexagon

Foto von http://www.longbottom.org.uk

 

Kampfdrachen

Kampfdrachen werden seit vielen hundert Jahres auf der ganzen Welt geflogen. Trotz der "nur" einen Leine sind sie beweglich und bedingt lenkbar. Sinn des Kampfes ist es, mit geschicktem Leine geben und nehmen, die Leine des Gegners zu durchtrennen und dadurch den anderen Drachen zum Absturz zu bringen. Eine kleine Anleitung zum Kampfdrachenfliegen findest Du hier!

Beispiele für Kampfdrachen:

Indian Fighter


Foto von http://www.kiteman.co.uk

Rokkaku


Foto von Kunstdrachen.de

Weitere Kampfdrachen-Modelle kannst Du Dir auf dieser Homepage anschauen.
 

Kastendrachen

Kastendrachen wurde Ende des vorletzten Jahrhunderts entwickelt. Sie wurden bei der Entwicklung der Doppeldeckerflugzeuge, für Wetterbeobachtung und zum Schutz der Schifffahrt im 2. Weltkrieg eingesetzt. Sie fliegen aufgrund der vielen tragenden Flächen sehr stabil und wurden daher sogar zum bemannten Drachenflug "missbraucht". Es gibt sie in vielen Variationen, die jedoch alle auf dem klassischen Kastendrachen mit zwei Zellen aufbauen.

Beispiele für Kastendrachen:

Cody


Foto von http://www.mainframekites.com

Boxkite

Houtermans Starbox


Foto von Exclusive-Kites.com

 

Schlittendrachen

Der "Schlittendrachen" oder "Sled" ist ein relativ einfacher Drachen, der in der 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelt worden ist. Er besteht nur aus einem Drachensegel und zwei Längsstäben, jedoch über keinen Mittelstab. Das Drachen wird durch den Wind geöffnet und stabilisiert. Häufig werden zur Verbesserung des Flugverhaltens noch ein Schleppsack verwendet oder Drachenschwänze angehängt.

Der Sled kann je nach Größe hohe Zugkräfte entwickeln und wird von daher gerne als kostengünstiger "Lifter" bzw. "Hebedrachen" für nicht flugfähige Windspiele verwendet. Kleinere Sleds eignen sich auch als unkomplizierte Kinderdrachen und können mit Müllsäcken, Holzstäben, etwas Klebeband und Schnur auch selbst in kurzer Zeit gebaut werden. 

Sled/Schlittendrachen

Delta-Drachen

Der Name "Delta-Drachen" lehnt sich an die Form des Großbuchstabens "D" (Delta) im Altgriechischen an: Sie ist dreieckig und insofern bezeichnet sie auch die Form dieses einleinigen Drachens: Er besteht aus einem dreieckigen Segel und häufig einem mittig angenähten Kiel, an dem die Flugleine befestigt wird.

Drachenbauer wandeln die Ur-Form des Deltadrachens mittlerweile ab, so dass auch hier verschiedene Arten anzutreffen sind. Die Form basiert aber noch immer auf eben jener. Insofern gibt es mittlerweile unzählig viele Stabdrachen. Hier gibt es eine kleine Auswahl zu bestaunen: drachenwiki.de/index.php/Einleiner-Galerie

 

Stablose Drachen

Auch hier ist der Name Programm: Stablose Drachen kommen ohne Stäbe aus. Es handelt sich meist um sog. "Stauluftdrachen", bei denen die Luft durch eine oder mehrere Öffnung ein aus zwei Lagen zusammengenähtes Segel aufbläst.

Zu den bekanntesten stablosen Einleinern zählt die "Flowform" und "Parafoil".

Stablose Drachen als Figurendrachen sind die "Hingucker" bei jedem Drachenfest: Am Himmel tummeln sich dann teils gigantische Octopusse, Seesterne, Comicfiguren oder verschiedene Tiere.

Insbesondere die Großdrachen benötigen aber zumeist eine zugkräftigen Hebedrachen (Lifter), um sie erst einmal in den Himmel zu befördern und dort zu halten.

 

Synergetische Drachen

„Synergie“ heißt etwa „Zusammenwirken“ und beschreibt die Eigenschaft dieser einleinigen Drachen, mehr Flugobjekt, als Standdrachen zu sein. Mit „synergetischen Drachen“ sind solche gemeint, die im Zusammenspiel mit ihrem Piloten ihren Charakter entfalten, das heißt, dass es aktiv lenkbare Einleiner sind, ähnlich den Kampfdrachen. Dabei spiegelt das Wort „Einleiner“ meistens einen am Boden befestigen oder in der Hand stationär gehaltenen, mehr oder weniger stabil am Himmel stehenden Drachen wieder. Doch dieser Begriff „Einleiner“, der eigentlich einen „Standdrachen“ meint, ist hier fehl am Platze, denn synergetische Drachen sind aktive und agile Flieger oder Gleiter. Ihr Windbereich ist Nullwind, Flaute oder ein leichtes Lüftchen, das aber keinen anderen Drachen in die Luft zu bewegen vermag. Sie können durch ihr geringes Gewicht und ihren Segelschnitt entweder lange Strecken gleiten oder als agiler Begleiter schnelle Manöver fliegen. Dabei müssen Pilot und Drachen eine Einheit bilden, ähnlich wie es Piloten von Lenkdrachen tun, wobei ein synergetischer Drachen mehr Freiraum hat, als ein echter Lenkdrachen. Es gibt keinen passiven Teil auf einer der Seiten, sondern Pilot und Drachen sind jederzeit aktiv um miteinander zu agiren, zusammenzuwirken. Synergie.

Quelle: horvath.ch
Bildquelle: horvath.ch

Mehr Infos gibt’s z.B. bei horvath.ch

von Michael Strehle

 

Zurück zum Seitenanfang!